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10 Jahre Briefmarken-Gruppe im BT

Sie lassen sich Hirschkalbs- und Schweinebraten mit Spätzle, Knödel und einer Gemüsepfanne munden. Das Oktober-Treffen der Briefmarkensammler im Vaihinger Bürger-Treff war einem kleinen Jubiläum gewidmet. Seit zehn Jahren ist immer am dritten Dienstag im Monat von 9 bis 12 Uhr der BT das Ziel der Philatelisten. Der Sammler Wolfgang Kicherer aus Maulbronn, ein Koch im Ruhestand, hat

das Essen vorbereitet, Jürgen Schaal aus Ötisheim steht ihm zur Seite. Die Briefmarken sind beim 120. Treffen ausnahmsweise nur eine Randerscheinung.

 

Harry Goltz aus Ensingen, der sich im Berufsleben um die Beamtenbesoldung bei der Bundeswehr kümmerte, hatte 2009 die Idee mit der Gruppe. Und der 2. Vorsitzende und Schriftführer beim Briefmarkensammlerverein Ötisheim-Mühlacker stieß beim Bürger-Treff auf offene Ohren. Das ist ganz typisch für die Zielsetzung unseres Vereins , so BT-Vorsitzender Lothar Knapp in seinem kurzen Grußwort, da hat jemand eine Idee, setzt sie um und betreut sie auch. Anders ausgedrückt: Sei wie eine Briefmarke. Bleib an einer Sache dran, bis du am Ziel bist.

 

Der Gedanke von Harry Goltz ist einst auf fruchtbaren Boden gefallen. Wir wollen uns einmal monatlich zum Tauschen von Briefmarken und zum Austauschen von Erfahrungen treffen , hatte er per Aushang verkündet und alte Hasen, Wiedereinsteiger und Neulinge eingeladen. Es sind vorrangig alte Hasen, die im Bürger-Treff zusammenkommen. Alle im Rentneralter. Und sie sind in der Regel bei Briefmarkenvereinen offiziell registriert. Doch in Vaihingen agieren sie als lose Gruppe, bezahlen gerne den Jahresbeitrag des Bürger-Treffs (schlappe zehn Euro) als Obolus für das Dach überm Kopf.

 


 

Da kommt ein ehemals in Mühlacker wohnender Sammler regelmäßig zu den Treffen aus Kandel in der Pfalz angereist. 80 Kilometer. Wenn s schlecht läuft, braucht er über zwei Stunden. Die Gäste kommen auch aus Weil im Dorf und Stammheim, aus Löchgau, Wimsheim und Pforzheim. Die Damenwelt ist allerdings schwach vertreten. Einzige Frau ist Waltraud Bitsch aus Wiernsheim.

 

 


Hauptsächlich
trifft man sich zum Tauschen von Briefmarken, Markenheftchen und Belegen, um die eigene Sammlung zu vervollständigen. Da werden dann dicke Koffer in klappbaren Sackkarren in den Raum gezogen. Daneben werden aber auch Kenntnisse, Informationen, Wissen und Neuigkeiten weitergegeben. Auch die Hilfe untereinander, zum Beispiel beim Ermitteln einer Fluoreszenz oder Phosphoreszenz bzw. beim Bestimmen der richtigen Farbe oder des richtigen Wasserzeichens einer Briefmarke, wird groß geschrieben.

 

Dass der Nachwuchs fehlt, ist auch bei den Briefmarkensammlern ein besonderes Thema. Das Hobby hat ein angestaubtes Image. Und dann ist da ja auch noch das Problem der heutigen Nachrichtenübermittlung. Immer seltener werden Briefe mit dekorativen Marken verschickt. Die Zahl der Philatelisten in Deutschland schätzen Kenner der Szene auf ein bis zwei Millionen, rund 30 000 von ihnen sind in gut 900 Vereinen der zwölf Landesverbände des Bundes Deutscher Philatelisten (BDPh) organisiert.

 

 

Die zwei Dutzend Sammler, die sich einmal im Monat im BT treffen, bleiben bei der Stange. Sie pflegen ihr Hobby bis ins hohe Alter. Robert Schrezenmaier aus Asperg ist der lebende Beweis. Er kommt mit 95 (!) regelmäßig zu den Treffen. Im November wieder dann aber ohne Festessen.

 

 

Bericht und Fotos:
Albert Arning

 

 

…und hier noch was zum Schmunzeln - vorgetragen vom Vorsitzenden Lothar Knapp:

Ein männlicher Briefmark

Ein männlicher Briefmark erlebte was Schönes, bevor er klebte.
Er war von einer Prinzessin beleckt. Da war die Liebe in ihm erweckt.
Er wollte sie wieder küssen, da hat er verreisen müssen.
So liebte er sie vergebens. Das ist die Tragik des Lebens!

Joachim Ringelnatz

10 Jahre Briefmarken-Gruppe im BT