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Rechtliche Betreuung und Vorsorgevollmacht

Rechtliche Betreuung und Vorsorgevollmacht als Thema im Bürger-Treff

Jeder kann in die Lage kommen, vorübergehend oder dauerhaft nichts mehr selbst regeln zu können, sei es durch Krankheit, Unfall oder altersbedingt. Wer kümmert sich um meine Dinge, wenn ich es nicht mehr kann? Auf diese Frage gab es am 10. Mai beim Vaihinger Bürger-Treff Antworten.

 

Hans-Martin Straile, Diplom-Rechtspfleger von Beruf und während seines Arbeitslebens in der Betreuungsbehörde des Enzkreis-Landratsamtes tätig, informierte im BT. Der Zuspruch von über 50 Gästen bewies, dass das Thema hoch aktuell ist.

In einer Vorsorgevollmacht legt ein Mensch fest, wer für ihn handeln darf, falls er selbst nicht mehr dazu in der Lage ist. Mit der Unterschrift ist die Vollmacht rechtsverbindlich. Liegt keine Vorsorgevollmacht vor, bestimmt das Amtsgericht einen Betreuer. Das kann ein Angehöriger sein, aber auch ein Berufsbetreuer. Straile: Ein neutraler Betreuer ist oft sinnvoll. Mit einer Vorsorgevollmacht wird verhindert, dass es zu einem solchen Verfahren kommt. Der Vollmachtgeber entscheidet ganz allein, wer ihn vertreten soll. Für Minderjährige entscheiden die gesetzlichen Vertreter.

Eine Vollmacht ist theoretisch auch mündlich möglich , erklärte Hans-Martin Straile, doch sie ist eigentlich nur schriftlich sinnvoll. Auch ein Schriftsatz auf dem PC oder eine von Hand geschriebene Vollmacht gelte als Urkunde. Unterschrift und Datum seien zwingend. Und dazu der Tipp: Lassen Sie die Vollmacht von der Betreuungsbehörde des Landratsamtes beglaubigen. Das koste auch bei mehreren Exemplaren nur zehn Euro. Nicht nötig sei die teurere Beurkundung durch einen Notar. Die Vorsorgevollmacht sollte beim Zentralen Vorsorgeregister gemeldet werden, an die sich die Gerichte wenden und nachfragen, ob Daten hinterlegt sind. Bei Bankgeschäften ist in der Regel ein Bankvordruck zu verwenden.


 

Mehr als 50 Gäste folgten dem Vortrag

 

 

Von Hans-Martin Straile wurde im Bürger-Treff die Generalvollmacht empfohlen, die allerdings sehr restriktiv ausgestellt werden sollte, denn es wird eine hohe Entscheidungsbefugnis eingeräumt. Eine Generalvollmacht ist eine umfassende Vollmacht, die die Vertretung in allen rechtlichen und finanziellen Angelegenheiten regelt. Die bevollmächtigte Person erhält so nahezu uneingeschränkte Befugnisse zur Stellvertretung des Vollmachtgebers, sofern nichts anderes vereinbart ist. Und es sei sehr wichtig, nur Personen damit zu beauftragen, zu denen man absolutes Vertrauen habe, so der Hinweis des Experten. Eine Vollmacht könne natürlich jederzeit widerrufen werden Geschäftsfähigkeit vorausgesetzt.

 

- Infos zum Thema:
www.test.de/vorsorgebuch

www.test.de/vorsorgeformulare-pdf

www.vorsorgeregister.de

Betreuungsbehörde Landratsamt Ludwigsburg
Tel.: 07141/144-2464

Mail: betreuungsbehoerde@landkreis-ludwigsburg.de

 

 

Bericht und Foto: Arning

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