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Polizei im BT: "Vorsicht, Abzocke!"

Vorsicht, Abzocke!

 

Misstrauisch bleiben und sich

nicht unter Druck setzen lassen

 

Wenn der Anrufer sich als Polizist ausgibt, ist Vorsicht geboten Tipps der echten Polizei im Vaihinger Bürger-Treff

 


Wilke Stolz ist ein echter Polizeibeamter. Der Hauptkommissar von der Abteilung Prävention des Ludwigsburger Polizeipräsidiums warnt eindringlich vor seinen falschen Kollegen , die sich am  Telefon als Polizisten ausgeben und vornehmlich bei älteren Leuten Geld oder Schmuck in Verwahrung nehmen wollen, weil es angeblich eine Einbruchserie gibt.


 


Im Vaihinger Bürger-Treff informierte Stolz auf Einladung des Computer-Stammtisches am 29. Oktober unter der Überschrift Vorsicht, Abzocke! über die derzeit gängigen Formen des Betruges.

Das Telefon klingelt und auf dem Display erscheint eine Nummer, die einer Polizeistelle gehört. Es meldet sich jemand, der behauptet, von der Polizei zu sein und fordert den Angerufenen auf Bargeld oder Schmuck zur Verwahrung zu übergeben, denn das Vermögen sei in Gefahr. In Zeiten der IP-Telefonie ist es einfach, einen Anschluss so zu manipulieren, dass beim Angerufenen eine andere Telefonnummer als die tatsächliche angezeigt wird. Das nennt sich Call-ID-Spoofing , erklärt Wilke Stolz.

17 Betrugsfälle mit falschen Polizisten gab es alleine 2018 im Bereich des Ludwigsburger Präsidiums. Dabei ergaunerten sich die Täter knapp 700000 Euro. Tendenz steigend. Die Polizei ruft Sie nie über die Notrufnummer 110 an , verdeutlicht Stolz. Und rufen Sie nie vom gleichen Telefon aus zurück, schon gar nicht mit Wahlwiederholung. Sie landen wieder bei denen, denn die Leitung wird mit einem technischen Trick blockiert. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen, bleiben Sie misstrauisch. Legen Sie den Hörer auf, wenn Ihnen etwas merkwürdig erscheint. Wenn Sie unsicher sind, rufen sie vom Handy aus die 110 ohne Vorwahl an.

Der Enkeltrick ist schon länger eine Masche, die immer noch funktioniert. Da wird man am Telefon  vom angeblichen Enkel, der vom Handy aus anruft und deshalb schlecht zu verstehen ist, gebeten, ihm aus einer Notlage zu helfen. Ein guter Bekannter werde das Geld abholen. Auch darauf fallen viele Menschen rein. Zum Glück seien inzwischen auch die Bankangestellten sensibilisiert, wenn Ältere plötzlich hohe Summen vom Konto abheben würden. Stolz: Wundern Sie sich also nicht, wenn gefragt wird, wofür man denn das viele Geld braucht. Es kann zu Ihrer Sicherheit sein.

Schockanrufe gelten als neueres Phänomen. Da behauptet ein Rechtsanwalt , dass ein Angehöriger einen schweren Unfall verursacht habe und man dringend Geld brauche, um eine Kaution bezahlen zu können. Stolz: Legen Sie einfach auf, wenn Sie einen solchen Anruf bekommen. Ihm sind Fälle bekannt, in denen bis zu 40.000 Euro den Besitzer wechselten.


Betrugsversuche durch Gewinnversprechen gibt es in verschiedenen Varianten. Da meldet sich zum Beispiel ein Notar per Telefon bei älteren Menschen und behauptet, diese hätten einen hohen Geld- oder Sachwert gewonnen, müssten aber erst noch eine Verwaltungsgebühr bezahlen. Dabei haben die Angerufenen in der Regel an keinem Gewinnspiel oder einer Lotterie teilgenommen.

Wilke Stolz warnt vor den Gefahren an der Haustüre ( Lassen Sie keine Unbekannten in Ihre Wohnung, schon gar nicht, wenn die zu zweit sind. Fordern Sie von angeblichen Amtspersonen den Dienstausweis... ) und den Haustürgeschäften ( Kaufen oder unterschreiben Sie niemals etwas an der Haustüre. Sie haben ein 14-tägiges Widerrufsrecht, allerdings nicht bei Bagatellgeschäften mit einem Wert von bis 40 Euro ). Unerlaubte Anrufe solle man unbedingt der Bundesnetzagentur melden (ein Formular findet man im Internet) oder auch mit der Verbraucherzentrale Kontakt aufnehmen.

Und für den Alltag hat der Hauptkommissar im Bürger-Treff vor rund 30 Gästen die Regel: Wenn Sie die Wohnung verlassen, ziehen Sie die Türe nicht nur zu, schließen Sie ab. Und rufen Sie die Polizei an, wenn Ihnen etwas verdächtig vorkommt. Lieber einmal mehr als gar nicht.

 

Dass man beim Polizeirevier unter anderem auch die Auskunft erhalten kann, derzeit kein Fahrzeug und keine Streife frei zu haben, macht eine Frau aus Riet deutlich. Zweimal sei ihr das schon passiert. Ja, das hänge auch mit den großen Vaihinger Revier zusammen, das von Häfnerhaslach bis Schwieberdingen reiche. Aber im Notfall komme Hilfe von Nachbarrevieren.

In der Polizeidirektion prüft man sich übrigens regelmäßig die Zuschnitte der Reviere, um eine effiziente Aufgabenerledigung zu gewährleisten. Kurzfristig sind für das Polizeirevier Vaihingen aber keine Veränderungen zu erwarten , teilt Pressesprecher Peter Widenhorn zu diesem Thema auf Anfrage mit. Das Revier Vaihingen ist für eine Fläche von 220 Quadratkilometer mit rund 88000 Menschen zuständig. Posten gibt es in Schwieberdingen, Sachsenheim und Markgröningen. Betreut werden auch Sersheim, Oberriexingen und Eberdingen.

 

 

Polizei im BT: "Vorsicht, Abzocke!"